| Mitteilungsblätter |
Nummer 24
3. Februar 2010
Liebe Juon-Freunde
Auch wenn es schon Februar geworden ist, so darf ich Ihnen sicher dennoch alles Gute zum angefangenen neuen Jahr wünschen. Es wird ein wichtiges werden für uns Juonianer, wie Sie den nachfolgenden Texten entnehmen können.
Seit einiger Zeit ist ein rechter Teil meines Tagewerks den Juon-Schwerpunkten eben dieses Jahres gewidmet.
Vielleicht ist es diesem Umstand zuzuschreiben, dass ich letzthin einen Brief bekam von einer Person, die mich persönlich kennt, welcher begann: 'Sehr geehrter Herr Juon'. Sie sehen, meine Identifikation macht zweifellos Fortschritte J.
Natürlich geht es in diesem Mitteilungsblatt nun um die Einladung zur Ausstellung (und derjenigen zu zwei attraktiven Begleitveranstaltungen, einem Konzert und einem Vortrag) sowie um die Neuauflage des Grundwerkes über unseren Komponisten.
Aber, da es ja das Mitteilungsblatt unserer Gesellschaft ist, gehören in diese Post auch der Jahresabschluss 2009 und die Einladung zur General-(Mitglieder-)Ver-sammlung.
Mit herzlichen Grüssen, Ihr Herr Juon, alias
Wir freuen uns sehr, Sie nach langer Vorbereitungszeit nun einladen zu können zu unserer Wanderausstellung:
Paul Juon - Bündner Komponist aus Moskau
Spät geboren, früh vergessen, neu entdeckt
Die Ausstellung beginnt in Chur und soll später noch an verschiedenen Orten im In- und Ausland gezeigt werden.
Walter Labhart, gleichermassen Juon-Kenner wie erfahrener Ausstellungsmacher, hat diese spannende und informative Ausstellung über Paul Juon und sein Umfeld im Auftrag des Instituts für Kulturgeschichte Graubündens ikg und der Int. Juon Gesellschaft IJG gestaltet.
Ort Stadtgalerie im Rathaus, Poststrasse 33, 7002 Chur
Dauer Fr, 9. April - Do, 6. Mai und Di, 11. Mai - Do, 3. Juni 2010
* Von Freitag, 7. - Sonntag, 9. Mai 2010 ist die Ausstellung in der Klosterkirche Königsfelden AG zu sehen
Oeffnung Di - Fr, 14.30 - 18.30 Uhr; Sa, 11.00 - 15.00 Uhr
jeweils So/Mo geschlossen (aber geöffnet am So, 2. Mai, 14.00 - 17.00 Uhr [Konzert])
Vernissage Donnerstag, 8. April, 17.30 Uhr
Begrüssung: Dr. Marius Risi, ikg
Grusswort: Frau Hold, Kulturbeauftragte
Paul Juon (1872 - 1940), Bläserquintett op. 84, 1. Satz, Allegro
Präsentation der Neuauflage von 'Leben und Werk' / Hinweise:
Ueli Falett, Geschäftsführer der IJG
Bläserquintett, 2. Satz, Larghetto
Einführungsreferat zur Ausstellung: Walter Labhart, Kurator
Bläserquintett, 3. Satz, Allegro molto
Musik: Bläserquintett der Kammerphilharmonie Graubünden
Katharina Brunner Flöte
Davide Jäger Oboe
Clot Buchli Klarinette
Peter Schneider Horn
Gion-Andrea Casanova Fagott
Hinweis
Am Ausstellungsort Chur werden wir als Hommage auf einer Tafel Thomas Badrutt (23. Aug. 1934 - 1. Sept. 1999) gedenken, der die Int. Juon Gesellschaft 1998 gegründet hat.
Zwei Sonderveranstaltungen im Rahmen der Ausstellung:
1. Konzert des Berner Kammerensembles BKE am Sonntag, 2. Mai, 17.15 Uhr
in der Postremise, beim Stadtpark, Engadinstrasse 43, 7000 Chur
Francis Poulenc Sextett
1899 - 1963
Paul Juon aus: Sechs Klavierstücke, op. 12
1872 - 1940
Paul Juon Zwei Stücke für Klarinette und Klavier, op. 25
(Schweizer Erstaufführung)
Ferenc Farkas Ungarische Tänze für Bläserquintett
1905 - 2000
Paul Juon Divertimento op. 51 (Sextett)
Die Musikerinnen und Musiker des Berner Kammerensembles:
Livia Bergamin Flöte
Martin Stöckli Oboe
Thomas Kocher Klarinette
Kathrin Williner Horn
Monika Schneider Fagott
Miriam Lätsch Klavier
2. Vortrag in der Stadtgalerie am Dienstag, 18. Mai 2010, 17.30 Uhr
'Akustische Grenzerfahrungen - Der pädagogische Komponist Paul Juon im Berlin der20er Jahre'
Der Referent, Henning Wehmeyer, *1981, lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte u .a. Musikwissenschaft an der Universität der Künste Berlin mit dem Forschungsschwerpunkt Paul Juon.
Mitgliederversammlung (Generalversammlung) der IJG
Vorgängig der Ausstellungseröffnung wird am 8. April 2010 um 16.15 bis ca. 17.00 Uhr im Rätischen Museum in Chur statutengemäss unsere Generalversammlung stattfinden, die wir mit einer Führung durch das Rätische Museum kombinieren möchten.
Die offizielle Einladung (inkl. Traktandenliste) finden die Mitglieder diesem Mitteilungsblatt beigelegt. Dort finden Sie auch die Details über die angebotene Führung.
Neuauflage des Buches 'Paul Juon - Leben und Werk'
Wie Sie wissen, konnte der IJG-Gründer Thomas Badrutt 1998, kein Jahr vor sei-nem Tode, auch seinen vorbildlichen Werkkatalog fertig stellen unter dem Titel 'Paul Juon - Leben und Werk'. Es ist ein eigentliches Grundlagenbuch, für die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Juon unentbehrlich. Ich kann durch meine Arbeit für die IJG spüren, dass die Juon-Renaissance voll im Gange ist. Es ist deshalb sinnvoll, dass ikg und IJG beschlossen haben, auf die Ausstellungseröffnung hin eine revidierte und aktualisierte Neuauflage herauszugeben. Ich habe diese Revision besorgt - eine zwar aufwändige, aber spannende Arbeit.
Der grösste Eingriff dabei betrifft die völlige Neugestaltung der Discographie, nun nach Opuszahlen und mit sehr vielen Neueinspielungen.
Selbstverständlich eliminiert sie Druckfehler und aktualisiert z. B. Adressen, vor allem aber weist sie auf neue Forschungsergebnisse und Publikationen hin. Wichtig war mir dabei, behutsam mit den Texten von Thomas Badrutt umzugehen, die Qualität und Gültigkeit ihrer Aussagen nicht anzutasten.
Wir freuen uns sehr, anlässlich der Vernissage der Ausstellung das gelungene Ergebnis nun zu präsentieren. Für die Umschlaggestaltung bedanke ich mich bei der Typografikerin Sonja Schenk, die ja auch für die graphische Umsetzung der ganzen Ausstellung verantwortlich zeichnet.
Den Katalog können Sie in der Ausstellung beziehen oder über www.juon.org (Mitglieder CHF 32.-; Nichtmitglieder CHF 47.-; zuzüglich Versandkostenanteil).
Erstdruck der Klarinettenstücke op. 25 und Schweizer Erstaufführung
Es ist dem Lienau-Verlag in Frankfurt, der schon zu Lebzeiten Juons das Verdienst erworben hat, die meisten seiner Werke herauszugeben, zu danken, dass nun die 'Zwei Stücke für Klarinette, op. 25' im März dieses Jahres im Druck erscheinen werden. Das Vorwort schrieb Walter Labhart.
Und wir freuen uns besonders, dass sie, anlässlich unseres Konzertes vom 2. Mai 2010 in Chur, als Schweizer Erstaufführung erklingen werden mit dem Klarinettisten Thomas Kocher und der Pianistin Miriam Lätsch.
Buchhaltung/Revision 2009 der Int. Juon Gesellschaft und
Einladung zur Erneuerung der Mitgliedschaft 2010
Ich habe im Jahre 2009 fast lückenlos von allen Mitgliedern den Jahresbeitrag bekommen.
Das zeichnet vor allem Sie als Mitglieder aus, es ermöglicht mir aber auch, meine Arbeit für 'unseren' Paul Juon weiterzuführen und ich betrachte es als Wertschätzung. Herzlichen Dank.
Auszug aus dem Revisionsbericht unseres Revisors, Herrn G. Wick:
Ich habe die Buchhaltung der Internationalen Juon Gesellschaft des Jahres 2009 (abgeschlossen per 31. 12. 2009) geprüft und in allen Punkten in Ordnung befunden.
Ich beantrage deshalb, dem Kassier Décharge zu erteilen.
Gesellschaftsvermögen am 31. 12. 2009 CHF 18'246.65
(Zunahme im Jahre 2009 + 1'284.55)
(gez. Georg Wick)
Natürlich finden die Mitglieder wiederum den Einzahlungsschein beigelegt für die Erneuerung der Mitgliedschaft (mit Statusangabe [E = Einzelmitglied, S = Studentenmitglied, P = Paarmitglied, K = Kollektivmitglied]) und ich erlaube mir ebenso wieder, Ihnen mit gleicher Post gerade die Zahlungsbestätigung zukommen zu lassen, mit dem Sie Ihren Beitrag beim Steueramt als Zuwendung deklarieren dürfen.
Ich bitte Sie, der IJG weiterhin die Treue zu halten und nicht zu vergessen, bis Ende März einzuzahlen, aber bitte nicht am Schalter, da uns das zu hohe und vor allem unnötige Kosten verursacht. Danke.
Bei Einzahlungen aus dem Ausland:
BIC oder SWIFT POFICHBEXXX
Clearing 9000
IBAN CH70 0900 0000 9011 8805 6
Name Int. Juon Gesellschaft, 7000 Chur
Mitgliederbestand
Per 1. Januar 2010 zählt die IJG in 5 Gruppen 48 Mitglieder; nämlich 36 Einzel-,
1 Studenten-, 6 Paar-, 4 Kollektiv- / Institutionsmitglieder, 1 Ehrenmitglied.
Mutationen im Jahre 2009: 1 Studentenmitglied ist neu eingetreten.
Begebenheiten aus dem Leben der Int. Juon Gesellschaft
Es passiert ja nicht alle Tage, dass ein Studentenmitglied eintritt. Da ich sie nicht kannte, habe ich der jungen Frau - sie ist Musikstudentin, welche sich über Internet angemeldet hat - die neugierige Frage gestellt, warum sie zu uns kommen wolle. Die Antwort, die mich freut und den Sinn meiner Arbeit fassbar macht, gebe ich gerne auszugsweise wieder:
"...Ich bin auf die Juon Gesellschaft gestossen, weil ich zurzeit völlig 'angefressen' bin von Juons Musik. Kennen gelernt habe ich seine Musik durch meinen Klavierlehrer Martin Lucas Staub (vom Schweizer Klaviertrio). Im Moment spiele ich selber die Litaniae, op. 70, würde aber am liebsten gleich noch viel mehr von Juons Musik spielen..."
Und dann noch dies:
Ich habe im letzten Mitteilungsblatt auf das Projekt unserer Schwestergesellschaft hingewiesen: Neuherausgabe der Tschaikowsky-Biographie, die Paul Juon ins Deutsche übersetzt hat. (Als neuer Erscheinungstermin ist jetzt übrigens 2011 vorgesehen.)
Die Schriftleitung dieses Projektes hat Herr Professor Dr. Thomas Kohlhase, den ich im erwähnten Hinweis umgetauft habe in 'Michael', ohne dass ich mir dieses Lapsus bewusst geworden wäre.
Prompt habe ich dann folgende hübsche Antwort erhalten - schmunzeln Sie ruhig auch:
"... Zugleich möchte ich Sie auf einen kleinen Fehler hinweisen, der zwar davon zeugt, daß Sie Kleist gelesen haben, aber ... 'unser' Prof. Kohlhase heißt nicht Michael, sondern Thomas.
Mit besten Wünschen für weitere Erfolge in Sachen Juon..."
*** Blättern Sie um für eine kleine Juon-Kostprobe
In der Handschrift der 'Zwei Stücke für Klarinette und Klavier, op. 25' (siehe Abschnitt 'Erstdruck' auf Seite 4) findet sich eine köstliche Widmung des Komponisten an den Interpreten der Uraufführung. Prof. Dr. E. Orlich war Dozent an der Technischen Hochschule in Berlin und ein enger Freund des Verlegers Robert Lienau. Die beiden kannten sich schon aus gemeinsamen Schulzeiten, machten auch zusammen Kammermusik (Lienau mit der Bratsche, Orlich mit der Klarinette). Lienau und Juon waren ja auch sehr gut befreundet und unternahmen vieles gemeinsam, so dass im Hause Lienau wohl auch die Freundschaft zwischen Orlich und Juon begann und sicherlich auch das gemeinsame Musizieren mit Juon.
Die beiden Stücke sind mit 'Sinnig' - Andante (für B-Klarinette) bzw. 'Sonnig' - Allegro (für A-Klarinette) überschrieben.
So wird die Widmung, die ich hier mit freundlicher Erlaubnis des Lienau-Verlages wiedergeben darf, verständlich.
