Mitteilungsblätter


Nummer 28

1. Februar 2012


Liebe Juon-Freunde

Eigentlich seltsam. Ich sitze hier und schreibe ein Editorial für diese Nummer. Aber meine Gedanken sind mehr in der Zukunft: Funktioniert die neue Struktur im IJG-Vorstand? Werden wir mehr Mitglieder als sonst an der GV in Vevey begrüs-sen dürfen? Wird die Ausstellung in Berlin ein Erfolg, etc.?
Und wenn ich es recht bedenke: 2011 war gar nicht so sehr ein 'internes' Jahr, wie ich in der letzten Nummer schrieb. Natürlich nehmen die bekannten Arbeiten hinter den Kulissen nicht ab. Darüber hinaus aber: Die Ausstellung konnte zwei Mal gezeigt werden, ich habe zwei Vorträge gehalten, die Konzertchronik wächst und wächst, ich habe Hinweise erhalten von neuen CD-Projekten.
Vor allem aber freut mich auch, dass Initiativen ausserhalb des IJG-Vorstandes Form anzunehmen beginnen. Sie erfahren weiter unten Genaueres darüber.
Allen voran ist es das grosse Projekt von Christof Escher; aber auch das Klavierduo Igor Kraevsky und Agnès Chauvet sowie die Musikologin Tatiana Nerovnaya und ihre Schwester Elena Tarasova werden immer wichtigere Partner der IJG. Und sie alle arbeiten mit an einem erfolgreichen 'Jubiläumsjahr' für Juon, der vor 140 Jahren geboren wurde.


Mit herzlichen Grüssen, Ihr


 

Christof Escher dirigiert und ediert Paul Juon

Der Dirigent Christof Escher beschäftigt sich schon lange intensiv mit Juon. So hat er vor Jahren mit dem Orchestra della Svizzera italiana nebst der Suite in fünf Sätzen, op. 93 und dem 3. Violinkonzert op. 88 (mit Sibylle Tschopp als Solistin) auch die Sinfonie A-dur, op. 23 aufgeführt. 2009 brachte er sie in der  Tonhalle Zürich zur Schweizer Erstaufführung. (Übrigens existiert eine thematische Analyse dieser Sinfonie von Juon selbst [Autograph im Archiv Lienau], in unserer Monografie abgedruckt.)
Im vergangenen Jahr arbeitete er - in Zusammenarbeit mit dem Musikarchiv der Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne - an der Herausgabe der bis-her unveröffentlichten, 1895 komponierten Sinfonie in fis-moll, op. 10 ,jenes Wer-kes, dessen Manuskript erst 1997 von Juons Enkel Philippe aufgefunden und der BCU in Lausanne übergeben wurde. Weitere, ungedruckte Orchesterwerke Juons, auch die Oper 'Aleko', hat er in Arbeit.

Gleichzeitig ist beim Label Naxos eine CD-Edition von Juon‘s gesamten Orches-terwerken unter der Leitung von Christof Escher im Entstehen. Volume 1 und 2 sollen demnächst zum 140. Geburtstag des Komponisten erscheinen.
www.christof-escher.com

 

General-/Mitgliederversammlung 2012, Samstag, 25. August 2012

Ich habe im letzten Mitteilungsblatt bereits darauf hingewiesen, dass die immer in den geraden Jahren stattfindende Versammlung am Samstag, 25. August 2012 in Vevey stattfinden wird. Sie ist als eine Spezielle angekündigt worden und es ist wichtig, dass möglichst viele Mitglieder teilnehmen.

Anfangs Juli erhalten die Mitglieder eine spezielle Einladung mit der Traktandenliste und weiteren Details.

 

Juon-Wanderausstellung an der Universität der Künste (UdK) in Berlin

wiederhole ich den Hinweis auf diese wichtige Veranstaltung:

 

Aufruf: Wir können uns sehr hohe Kosten sparen, wenn es gelingt, jemanden zu finden, der - als Sponsoring - das Ausstellungsmaterial von Chur nach Berlin und zurück transportiert (Firma oder privat). Die ganze Ausstellung ist verpackt in einer stabilen Holzkiste von ca. 100 kg Gewicht und folgenden Massen: Länge: 150 cm, Breite: 76 cm, Höhe: 35 cm, stirnseitig je 2 Traggriffe.

Wir stellen uns keinen speziellen Transport vor, sondern dass die Kiste mitgenommen wird auf einem Transport Schweiz - Berlin, der ohnehin durchgeführt wird. So hält sich der Aufwand für den Transporteur in engen Grenzen.
Wenn Sie eine Idee haben, eine Möglichkeit sehen, dann setzen Sie sich bitte möglichst bald mit mir in Verbindung: ufalett@juon.org, Tel. 031 971 79 25. Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe.

 

Buchhaltung/Revision 2011 der Int. Juon Gesellschaft und
Einladung zur Erneuerung der Mitgliedschaft 2012

Auszug aus dem Revisionsbericht unseres Revisors, Herrn G. Wick:

Ich habe die Buchhaltung der Internationalen Juon Gesellschaft des Jahres 2011 (abgeschlossen per 31. 12. 2011) geprüft und in Ordnung befunden.

 

Gesellschaftsvermögen am 31. 12. 2011  

16'010.55

   

 

Zunahme im Jahre 2011   

+ 926.30

   

 

Ich beantrage deshalb, dem Kassier Décharge zu erteilen.  

  (gez. Georg Wick)

Die Mitglieder finden wiederum den Einzahlungsschein beigelegt für die Erneuerung der Mitgliedschaft (mit Statusangabe [E = Einzelmitglied, S = Studentenmitglied, P = Paarmitglied, K = Kollektivmitglied]) und ich erlaube mir ebenso wieder, Ihnen mit gleicher Post gerade die Zahlungsbestätigung zukommen zu lassen, mit dem Sie Ihren Beitrag beim Steueramt als Zuwendung deklarieren dürfen.

Ich danke Ihnen dafür, wie sehr Sie der IJG die Treue halten und bitte Sie, dies auch weiterhin zu tun.
Vergessen Sie bitte nicht, bis Ende März einzuzahlen, aber möglichst nicht am Schalter, da uns das zu hohe und vor allem unnötige Kosten verursacht. Danke.

Bei Einzahlungen aus dem Ausland:


        
          

BIC oder SWIFT    POFICHBEXXX
Clearing   9000
IBAN   CH70 0900 0000 9011 8805 6
Name   Int. Juon Gesellschaft, 7000 Chur

 

 

Mitgliederbestand

Per 1. Januar 2012 zählt die IJG in 5 Gruppen 52 Mitglieder; nämlich 39 Einzel-, 1 Studenten-, 6 Paar-, 5 Kollektiv-/Institutionsmitglieder, 1 Ehrenmitglied.

Mutationen im Jahre 2011: Wir haben auch in diesem Jahr wieder Zuzug durch ein Einzelmitglied erhalten. Zwei Einzelmitglieder sind neu als Paarmitglied geführt.

 

Begebenheiten aus dem Leben der Int. Juon Gesellschaft

a) Durch einen Druckkosten-Zuschuss von € 1000.- ist die IJG mitbeteiligt an der Neuausgabe der Biografie 'Das Leben Peter Iljitsch Tschaikowskys', verfasst von seinem Bruder Modest und 1901 -1903 ins Deutsche übersetzt von Paul Juon.
Die zwei sehr schön gelungenen Bände (mit über 1'100 Seiten!) sind nun im Schott-Verlag erschienen. Die Schriftleitung hatte Prof. Dr. Thomas Kohlhase von der Tschaikowsky-Gesellschaft inne. Diese bietet freundlicherweise der Juon Gesellschaft als Mitglied der Tschaikowsky-Gesellschaft die Möglichkeit an, die beiden Bände zu einem Vorzugspreis beziehen zu können: € 39.95 anstatt € 54.95. Vielen Dank für dieses Angebot.
Wenn Sie daran interessiert sind, dann melden Sie sich bitte bis spätestens 15. Februar 2012 bei mir; ich werde die Sache 'einfädeln'.

b) Der Lienau-Verlag (wie Sie wissen, eines unserer Kollektiv-Mitglieder) feierte 2011 sein 200-jähriges Bestehen. Er hat aus diesem Anlass eine Jubiläumsschrift herausgegeben, wovon er der IJG auch ein Exemplar geschenkt hat. Dieses hochinteressante, sehr lesenswerte Büchlein ist kompetent abgefasst, enthält unzählige Fakten und zeigt u.a. auf, wie Paul Juon in diese Verlagsgeschichte eingebettet ist, aber auch, dass er dort sehr wohl eine aktive Rolle gespielt hat.

c) Sie erinnern sich sicher auch noch, dass uns Frau Sophie Kuhn vor vielen Jahren die eine Hälfte des Briefwechsels zwischen Juon und Modest Tschaikowsky geschenkt hat (ein Konvolut von 11 Briefen in russischer Sprache).
Unser Mitglied Tatiana Nerovnaya (die russische Musikologin, die ich Ihnen im letzten Mitteilungsblatt vorgestellt habe) scheint nun in einem Museum in Klin die andere Hälfte dieses Briefwechsels entdeckt zu haben. Dies wäre wahrhaft 'ein grosser Fisch', den sie da an Land gezogen hätte!
Wir verifizieren im Moment diese Entdeckung und planen im positiven Fall, alle diese Briefe zu übersetzen und zu publizieren.

d) Als ich im letzten September in Zürich meinen Vortrag hielt, hat mir ein Zuhörer die Kopie eines Aufsatzes geschenkt, den G. Schabanbekowa 2010 in Moskau geschrieben hat. Diese Frau ist eine entfernte Verwandte von Juon, hat als junges Mädchen in der Schweiz studiert und begonnen, Ahnenforschung zu betrei-ben. Ich bedanke mich an dieser Stelle für die Schrift über ihre verwandtschaftlichen Beziehungen und das Leben dieser Leute. Sie hilft, das Bild von Juons Umfeld zu vervollständigen.

e) Immer wieder erhalte ich Hinweise, dass 'unser' Paul Juon mehr und mehr zur Kenntnis genommen wird. Hierfür einige Beispiele:

1. Frau Verena Monnier, die neue, initiative Leiterin der Musikabteilung der BCU, hat mir am 13. Oktober letzten Jahres geschrieben: 'Lieber Herr Falett, Juon ist momentan der gefragteste Nachlass im Lausanner Musikarchiv.'

2. Die französische Pianistin Agnès Chauvet schreibt im Zusammenhang mit einem Juon-Konzert: 'Petit à petit, "notre compositeur" commence à être joué ... je viens de convaincre un autre orchestre ... et quelques anciens élèves!'

3. Und von einem Orchestermusiker, der in oben erwähntem Konzert mitgespielt hat (auf dem Programm stand u. a. die Serenade, op. 85), erhalte ich die Nachricht: 'Le public nombreux et les musiciens ont été ravis de la découverte et de la beauté de cette pièce.'

4. Bei einem Mitglied aus Masein (der Heimat der Juons) bedanke ich mich für ein Notenblatt eines Liedes von Bachofen, welches Juon 4-stimmig gesetzt hat, das ich ungefragt erhalten habe. Dazu auch ergänzende Hinweise über die Tradition, dass die Männer aus dem Dorf ein Altjahrsingen durchführen, an dem u. a. dieses Lied zu Gehör gebracht wird. (Vgl. dazu auch die letzte Seite.)


Paul Juon, Man wünschet gute Zeiten

 

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