Mitteilungsblätter


Nummer 29

1. Oktober 2012


Liebe Juon-Freunde

Ich habe es schon schmunzelnd an unserer Mitgliederversammlung in Vevey ge-sagt und wiederhole es hier: 'Falls Sie mich zum neuen Präsidenten wählen, kann ich Sie beruhigen: Es wird so ziemlich alles beim alten bleiben.' Und so ist es nun auch, wie Sie sehen: Das Mitteilungsblatt etwa sieht aus wie eh; wir orientieren Sie natürlich genauer über die erwähnte Versammlung, über das grosse Jahresprojekt 'Berlin' (in dieser Nummer finden Sie einen Einladungsflyer dazu) und wieder einmal J über das 'international' unserer Gesellschaft.

Noch ein zweites Mal erlaube ich mir, aus meinem Script von Vevey zu zitieren, in der Hoffnung, dass dieser Appell bei Ihnen und/oder Ihren Freunden und Bekannten auf fruchtbaren Boden fällt: 'Ich danke Ihnen für Ihr Interesse und Ihr Mittragen der IJG und sage Ihnen auf Wiedersehen am 27. Oktober um 11.00 Uhr in Berlin.'




Mit herzlichen Grüssen, Ihr


 General-/Mitgliederversammlung der IJG in Vevey, 25. August 2012

Der Vorstand darf in Vevey 11 Mitglieder begrüssen. Jacques Lasserre, dem wir verdanken, dass er vor Ort die Organisation übernommen hat, führt in einem Rundgang durch Vevey und zeigt uns einige 'Plaques' (Gedenktafeln); darunter diejenige von Juon an seinem Wohnhaus, sowie die von Ernest Ansermet. Das sind zwei von vielen Musikern, die in Vevey einen Teil ihres Lebens verbracht haben.

Im Konservatorium findet dann die eigentliche Mitgliederversammlung statt:

Es gilt, Claus-Christian Schuster, unseren ersten Präsidenten, der nun zurücktritt, zu würdigen. Im Hintergrund arbeitend, verdanken wir ihm viele Anregungen, Hilfestellungen, ja Leitlinien für unsere Gesellschaft, die er aber nur beratend, als Optionen verstanden wissen wollte. Sein enormes Wissen, seine Beziehungen, die er der IJG zur Verfügung stellte, waren unverzichtbar. Und ganz persönlich möchte ich ihm als sein Nachfolger danken für seine grosse Menschlichkeit, die bei allen Begegnungen einfach da war. Ich danke ihm auch für seine Bereitschaft, mit mir - um unsere Amtsübergabe zu besiegeln - den langsamen Satz von Juons Bratschensonate op. 15 zu spielen. Es war für mich ein grosses Erlebnis, wie sehr ich von einem Musiker dieses Formats beim Spiel getragen wurde.

Nach meiner Wahl zum Präsidenten wird der Vorstand, der nun noch aus drei Mitgliedern besteht und die Arbeit weiterführt, als Ganzes bestätigt:
Ueli Falett (Präsident/Geschäftsführer), Jeannette Alvera, Henning Wehmeyer

Es folgen die statutarischen Traktanden, die 'abzuhaken' sind: Erläuterung und Abnahme der Tätigkeitsberichte (u. a. kurze Rückblende auf die 2010 neu eröffnete Wanderausstellung und die Revision von Thomas Badrutts Monografie und Vorstellung der von der IJG unterstützten Neuausgabe der Tschaikowsky-Biogra-fie von 1903, die Juon ins Deutsche übersetzte und nun von Schott verlegt wird) und der Rechnungen 2010 und 2011 sowie Décharge-Erteilung an den Vorstand.

 

Wanderausstellung in Berlin an der Universität der Künste (UdK)

Es ist wichtig und wir freuen uns, dass es gelungen ist, unsere Wanderausstellung an den Ort zu bringen, an dem Juon 30 Jahre als Professor für Komposition gewirkt hat.
Henning Wehmeyer ist unser kompetenter Ausstellungs-Organisator vor Ort. Er wohnte bis vor kurzem in Berlin, hat an der UdK studiert und jetzt dort einen Lehrauftrag über Juon bekommen, er kennt den Betrieb und die richtigen Leute.
Er orientiert über die Ausstellung, die vom 27. Oktober (Vernissage um 11.00 Uhr) bis zum 11. November 2012 zu sehen ist.
Viele Details können Sie dem beigelegten Einladungsflyer entnehmen. Über die Ausstellungsdauer hinaus aber finden im kommenden Wintersemester zwei Er-eignisse statt, die im Zusammenhang mit der Ausstellung stehen:

1. In der Schriftenreihe der UdK wird eine wichtige, spannende Publikation über Juon herausgegeben werden. Sie trägt den Titel 'Paul Juon   -   Moskau - Berlin - Vevey' und geht nicht nur an alle Universitäten, sondern kann auch käuflich erworben werden.
2. Henning Wehmeyer leitet ein Seminar, betitelt 'Akustische Grenzerfahrungen - der pädagogische Komponist Paul Juon'.

Diese Ausstellung ist für uns 'eine grosse Kiste', auch in finanzieller Hinsicht. Doch entsprechen wir damit dem Zweck der IJG. Wir wollen ja nicht einfach Geld horten, sondern für unseren Komponisten wichtige Projekte durchführen.

 

IJG - quo vadis?

In diesem letzten und wohl wichtigsten Traktandum machen wir uns Gedanken zur Zukunft der IJG. Es geht dabei um einen Gedankenaustausch, der nichts präjudiziert. In lebhafter Diskussion kommen viele Ideen zusammen, wofür ich herzlich danke.

Hier eine Zusammenfassung der sehr aktiven und konstruktiven Debatte:
Falls die IJG dereinst aufgelöst würde - was dann, und was bis dann?

Da die angekündigte Aufführung der Cellosonate nicht stattfinden kann, spielt uns Jeannette Alvera, frisch diplomierte Pianistin, als Abschluss fast aus dem Stegreif das Stück 'Vallée des cloches' von Maurice Ravel. Herzlichen Dank.

...und dann geniessen wir den Imbiss, zu dem die IJG eingeladen hat.

 

International Vermischtes

Das holländische Atlantic Trio hat eine CD eingespielt und der IJG ein Exemplar zugesandt für unser Archiv. Ausser dem Klaviertrio a-moll, op. 17 von Juon findet sich darauf u. a. ein Trio von Friedrich Gernsheim. Im beigelegten Brief schrieb der Cellist des Trios: '...Because Paul Juon in reviews was called <the Russian Brahms> and Friedrich Gernsheim <the Dutch Brahms>, we decided to title this CD <Traces of Brahms>...

Studenten der UdK haben im März dieses Jahres in Moskau/Russland einige Konzerte mit Juon-Kammermusik gegeben. Die russische Musikologin Elena Bagrova, welche sie betreute, schrieb dazu etwas Bezeichnendes und auch Ermutigendes:
'...We all are looking forward to this event. Music by Juon is almost unknown in Russia now, and I am trying to do my best to make it more popular in Juon's motherland...'

Das Trio Anima Mundi bat mich, ihre Juon-Konzerte vom August 2012 in die Konzertvorschau/-chronik aufzunehmen. Das Besondere daran: Es handelt sich vermutlich um die ersten Juon-Aufführungen in Australien. [Und für mich lustig: Damit habe ich nun mit Personen aus sämtlichen Kontinenten Kontakt, wenn auch häufig nur per mail.]

 

Es ist schön zu wissen, dass immer wieder CD-Neueinspielungen von Juon-Wer-ken auf den Markt kommen. Dies würde nicht passieren, wenn nicht die Musiker überzeugt wären, dass man Juons Musik einspielen 'muss'; aber auch die Produzenten wissen, dass sich ein solches Unterfangen nur bei entsprechender musikalischer Qualität lohnt.
So ist eben ist beim Label 'cpo' eine ausgezeichnete Aufnahme erschienen des Klaviersextetts op. 22 und des Klavierquintetts op. 44 (mit dem Pianisten Oliver Triendl und dem Carmina Quartett; beim Sextett spielt auch Thomas Grossenbacher mit, der erste Solocellist des Zürcher Tonhalle-Orchesters.)

Weitere CDs sind in Produktion und andere gemäss Angaben von Musikern 'im Köcher'.

 

 

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