Mitteilungsblätter


Nummer 34

4. Februar 2015


Liebe Juon-Freunde

Jemand hat letzthin zu mir gesagt, er staune, wie es mir gelinge, für jedes Mitteilungsblatt so viel Interessantes zusammenzutragen. Natürlich freut mich dieses Lob, aber es ist halt auch im vergangenen Jahr in der IJG viel gelaufen!
Der Bericht der Juoniade Zillis Thusis (samt integrierter GV in Thusis) erschien im letzten Mitteilungsblatt. Am 4. November räumten wir - als letzten Akt dieser Hauptveranstaltung des Jahres 2014 - in Zillis die Ausstellung zusammen, welche von dort direkt nach Bern 'wanderte', wo im Dezember die nächste Veranstaltung über die Bühne ging. Die folgende Station wird Langenbruck (Baselland) sein; jener Ort, an dem Juon begraben liegt und wo zu seinen Ehren, anlässlich seines 75. Todesjahres, im Mai 2015 ein Festival stattfinden wird.
Sehr gerne orientiere ich Sie in diesem Mitteilungsblatt auch über eine absolute Kernaufgabe unserer Gesellschaft, die 'Orchester Edition' von Christof Escher.
Jährlich wiederkehrende Kapitel sind der Buchhaltungsabschluss und die Mitgliederstatistik.
Ausser den 'vermischten Meldungen' ist wiederum von Publikationen die Rede. Zum einen ist unsere Monografie, nach wie vor das wichtigste Arbeitsinstrument, soeben in 3. Auflage gedruckt worden zum andern berichte ich Ihnen vom Stand der Publikation im Zusammenhang mit unserem Berliner Engagement.

Ich lade Sie ein zur reichhaltigen Lektüre und grüsse Sie herzlich, Ihr


Juon-Woche im Dezember 2014 in Bern

Die Bausteine dieses Projektes hatte ich Ihnen bereits vorgestellt: Ausstellung mit Eröffnungsapéro; Vortrag (U. Falett) und Konzert von Studenten der HKB (Arabesken, op. 73) und dann die beiden Abonnementskonzerte des Berner Symphonieorchesters BSO unter ihrem Chefdirigenten Mario Venzago mit der Sinfonie A-Dur, op. 23 von Juon, wozu die Musikwissenschaftlerin Frau Dr. D. Lanz an beiden Abend eine illustrative Einführung hielt.
Für den Apéro und den Vortrag hätten wir uns zwar mehr Publikum gewünscht. Bei den Anwesenden war aber ein grosses Interesse spürbar; das gilt auch für die Besucher der Ausstellung an den Konzertabenden.
Die beiden Aufführungen der Sinfonie darf man getrost als fulminant bezeichnen, sie wurden vom Publikum auch entsprechend gewürdigt. Und nach Gesprächen, sowohl mit HörerInnen wie MusikerInnen ist klar: Ein weiterer Kreis wurde für Juon gewonnen!
Mit Mario Venzago habe ich vereinbart, den Kontakt aufrecht zu erhalten, denn bereits liegt Neues im Köcher...

 

Langenbruck BL: Paul Juon Festival – zum 75. Todesjahr
Donnerstag, 28. - Sonntag, 31. Mai 2015

Mit dem Festival zum 75. Todesjahr Paul Juons ehren die Gemeinde, der Verein 'Kulturbruck' und die IJG einen hervorragenden Komponisten, einen Kosmopoliten und Brückenbauer zur Moderne.
Und mit dieser Zusammenarbeit schliesst sich auch für die IJG ein Kreis. Im Sommer 2014 waren wir im Schams und am Heinzenberg zu Gast, jener Gegend, aus der die Juons herstammen. Vorher besuchten wir Berlin, wo der Komponist Jahrzehnte lebte und lehrte sowie Vevey, wo er seinen Lebensabend verbrachte. Seine letzte Ruhe fand er in Langenbruck im Baselland. Dort liegen in einem Gemeinschaftsgrab Paul Juon, seine zweite Frau Marie wie auch die beiden Töchter Stella und Irsa begraben.
Was mich persönlich an diesem Projekt besonders freut, ist die Tatsache, dass die Initialzündung dafür für einmal nicht von uns kam, sondern dass Initianten aus Langenbruck mit der Idee von Juon-Tagen auf mich zu kamen!

Rückgrat der reichhaltigen Veranstaltung bildet wiederum unsere Wanderaussstellung <Paul Juon - Bündner Komponist aus Moskau> - spät geboren, früh vergessen, neu entdeckt, die in den hellen Räumen der 'Revue Thommen' gezeigt wird. Dort können Sie auch den Vortrag hören (Details siehe unten). In der reformierten Kirche finden die drei Konzerte statt. Rechtzeitig zur Veranstaltung erscheint ein ausführliches Programmheft – Beachten Sie auch 'Aktuelles' auf unserer Homepage.

Do, 28. - So, 31. Mai: Wanderausstellung in der Revue Thommen
Do, 28. Mai, 20.00 Uhr: Konzert des Berner Kammerensembles BKE (Bläserquintett und Klavier) mit Werken von Juon und zwei seiner wichtigsten Schüler, Philipp Jarnach und Hans Chemin-Petit.
Fr, 29. Mai, 20.00 Uhr: Vortrag mit Musikbeispielen: 'Der Bündner Paul Juon - ein russischer Komponist?' Im Vortrag wird die Situation Juons als eines Grenzgängers zwischen Ost und West, zwischen Spätromantik und Moderne beleuchtet.
Sa, 30. Mai, 20.00 Uhr: Konzert mit Werken von Juon, Alexandre Tansman und Franz Schubert für Oboe, Klarinette, Fagott sowie für Violine, Violoncello und Klavier.
So, 31. Mai, 17.00 Uhr: Konzert mit grösser besetzter Kammermusik; Werke von Juon und Wolfgang Amadé Mozart.

Das schön gelegene Passdorf am Übergang von der Nordwestschweiz zum Mittelland hat immer wieder interessante Persönlichkeiten beherbergt. Es liegt in einer Ecke der Schweiz, die viele von uns kaum kennen. Eine Chance also für Sie, Juon hier näher kennen zu lernen, eine Chance aber auch, Ihren in dieser Gegend wohnenden Verwandten und Freunden Juon und seine Musik am Festival in Langenbruck zu zeigen! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
è siehe auch Seite 6
Edition und CD-Einspielungen sämtlicher Orchesterwerke von Paul Juon - ORCHESTER EDITION

Auch wenn diese Herkules-Aufgabe des Dirigenten und IJG-Mitgliedes Christof Escher von ihm selbständig betreut wird, so soll es doch als Kernaufgabe unserer Gesellschaft verstanden werden.
Mit den nachfolgenden Stichworten orientiert sie der Vorstand der IJG darüber und freut sich, wenn Sie Möglichkeiten wahrnehmen, dieses Projekt zu unterstützen. Herzlichen Dank.

 

Nachdruck der Monografie 'Paul Juon' - Leben und Werk' von Thomas Badrutt, 3. Auflage 2014

Die Monografie - deren letzte Auflage von 2010 ist ausverkauft - ist gegen Ende 2014 nun bereits in 3. Auflage nachgedruckt worden. Sie kann weiterhin zum bisherigen günstigen Preis von CHF *47.- / € *39.- (zuzüglich Versand) erworben werden. [*für Mitglieder CHF 32.- / € 27.-]

 

Publikation 'Paul Juon – Moskau - Berlin - Vevey'

Schon mehrmals habe ich Ihnen diese Publikation angekündigt. Leider muss ich Ihnen nochmals eine Verschiebung bekanntgeben - das fällt mir nicht leicht. Der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail, offenbar auch hier.
Henning Wehmeyer hat sich mit unglaublicher Energie für die Fertigstellung eingesetzt und es ist ihm hoch anzurechnen, dass er nicht von seinen Qualitätsansprüchen abweicht. Im wirklich letzten Moment haben nun unerwartete drucktechnische Schwierigkeiten dazu geführt, dass das ganze Layout nochmals neu aufgegleist werden muss!
Und anschliessend an diese Hiobsbotschaft hat ihn eine längere, schwere Erkrankung mit Spital-
aufenthalt - verzeihen Sie den Ausdruck - umgehauen und zurückgeworfen. Im Moment befindet er sich in einer Rehabilitationsklinik. Sicher auch in Ihrem Namen darf ich ihm dorthin die besten Wünsche zu seiner Genesung senden.
Und das wirft nun auch unser Projekt nochmals zurück. Zum Glück weiss ich, dass ich mit Ihrem Verständnis rechnen darf. Wir setzen alles daran, Ihnen möglichst bald positive Nachricht geben zu können, wenn Sie auch verstehen werden, dass Herr Wehmeyer und ich Ihnen in dieser Situation zum jetzigen Zeitpunkt keinen genauen Erscheinungstermin bekanntgeben können. Doch sobald das Buch aus der Druckerei kommt, werde ich das auf unserer Homepage unter 'Aktuelles' sofort bekannt geben. Ich bitte Sie deshalb, dort von Zeit zu Zeit vorbei zu schauen. Herzlichen Dank.

 

 

Buchhaltung/Revision 2014 der Int. Juon Gesellschaft und
Einladung zur Erneuerung der Mitgliedschaft 2015

Auszug aus dem Revisionsbericht unseres Revisors, Herrn G. Wick:

Ich habe die Buchhaltung der Internationalen Juon Gesellschaft des Jahres 2014 (abgeschlossen per 31. 12. 2014) geprüft und in Ordnung befunden.

 

Gesellschaftsvermögen am 31. 12. 2014   10'984.05
Abnahme im Jahre 2014   - 1'897.25
     
Ich beantrage, dem Kassier Décharge zu erteilen    
    (gez. Georg Wick)

 

 

Die Mitglieder finden wiederum den Einzahlungsschein beigelegt für die Erneuerung der Mitgliedschaft (mit Statusangabe [E = Einzelmitglied, S = Studentenmitglied, P = Paarmitglied, K = Kollektivmitglied]) und ich erlaube mir ebenso wieder, Ihnen mit gleicher Post gerade die Zahlungsbestätigung zukommen zu lassen, mit dem Sie Ihren Beitrag beim Steueramt als Zuwendung deklarieren dürfen.
Ich danke Ihnen dafür, wie sehr Sie der IJG die Treue halten und bitte Sie, dies auch weiterhin zu tun, indem Sie bis Ende März Ihren Jahresbeitrag einzahlen, aber möglichst nicht am Schalter, da uns das zu hohe und unnötige Kosten verursacht. Danke.

Bei Einzahlungen aus dem Ausland:

BIC oder SWIFT    POFICHBEXXX
Clearing   9000
IBAN   CH70 0900 0000 9011 8805 6
Name   Int. Juon Gesellschaft, CH-7000 Chur

Mitgliederbestand

Per 1. Januar 2015 zählt die IJG in 4 Gruppen 44 Mitglieder; nämlich 30 Einzel-, 8 Paar-, 5 Kollektiv-/Institutionsmitglieder, 1 Ehrenmitglied (vor einem Jahr waren es 48 Mitglieder).

Mutationen im Jahre 2014: Erfreulicherweise sind - aufgrund unserer Aktivitäten - im vergangenen Jahr 2 Einzel- und 1 Paarmitglied neu zu uns gestossen. Dem stehen auf der andern Seite 4 Austritte gegenüber aus verschiedenen Gründen (Alter, keinen Bezug mehr, nicht mehr bezahlt, etc.).
2 weitere Mitglieder sind verstorben.

 

 

 

Begebenheiten aus dem Leben der Int. Juon Gesellschaft

a) In Bern haben die musikwissenschaftliche Abteilung der Universität und die Hochschule für Musik ein gemeinsames Seminar durchgeführt und an einer Abendveranstaltung die Ergebnisse präsentiert. Thema war die breit gefächerte digitale Edierung von Musik (Handschriften, frühe Ausgaben, Zusatztexte etc.), die so von verschiedenster Seite her den Zugriff ermöglicht. Zukunftsvision ist dabei eine sog. 'hybride Edition', bei der z.B. Noten auf Papier ausgedruckt sind, weitere Quellen aber, kompatibel dazu, online zugänglich sind.
Als Beispiel wurde Paul Juon ausgewählt, nicht zuletzt deshalb, weil von ihm ein vollständiges, differenziertes Werkverzeichnis existiert - eben unsere Publikation! - und weil in der BCU in Lausanne zentral das meiste Material über Juon (inkl. Korrespondenz und Sekundärliteratur) greifbar ist.

b) Frau Verena Monnier, die Leiterin der 'archives musicales' an der BCU in Lausanne hat mir mitgeteilt, da   ss immer mehr Manuskripte und rechtsfreie Musikdrucke Paul Juons über das Netz abrufbar sind unter der Adresse https://servalnv.unil.ch/ (Juon in die Suchmaske eingeben.) Denn diese elektronische Sammlung ist im Aufbau und wird stetig wachsen.

c) Auch im vergangenen Jahr sind wiederum diverse Werke unseres Komponisten in durchwegs sehr hörenswerten Aufnahmen neu eingespielt worden (siehe Discografie auf unserer Homepage):
- von Chr. Eschers 'Orchester Edition' sind die ersten Werke bei Sterling erschienen:
   è Sinfonie fis-Moll, op. 10 und Suite in fünf Sätzen, op. 93 ç
   è Sinfonie A-dur, op. 23 und Vaegtervise, op. 31 ç
- Masha Dimitrieva hat u. a. Satyre und Nymphen, op. 18 für Klavier solo aufgenommen
- wie bereits im Mitteilungsblatt vom Februar 2014 erwähnt, hat Igor Kraevsky - ebenfalls als Kla-
   vier solo-CD - Satyre und Nymphen, op. 18, Psyche, op. 32 und <Fünf Tongedichte, op. 79 ein-
   gespielt
- Trio-Miniaturen, op. 18/24, zusammen mit andern Werken, gespielt vom Hugo Kauder Trio
- auf der ersten CD des jungen Telepatico-Trios sind u. a. ebenfalls die Trio-Miniaturen, op. 18/24
   zu finden

d) Im Anschluss an das Konzert in Masein hat mich eine Frau Erica Giesch angesprochen. Die betagte, lebhafte und interessierte Maseinerin ist die Enkelin jenes Gemeindepräsidenten, bei dem Juon 1922 um die Bestätigung seines Bürgerrechtes nachsuchte und sie auch erhielt. Frau Giesch hat die entsprechenden Briefe (von Paul Juon und solche seines Bruders Eduard) 2007 dem Staatsarchiv in Chur geschenkt, wo sie unter der Signatur B/N 984 zu finden sind. Herrn Reto Weiss, dem Staatsarchivar, danke ich für das Entgegenkommen, dass diese Briefe für die Juon-Forschung bald auch digital zugänglich sind, via Link sogar von der BCU aus.

e) Von Eija Reinikainen, einer Finnin und Nachfahrin der ausgewanderten Juons habe ich Ihnen im MB 32 bereits erzählt. Das Buch über ihre Familienforschungen ist nun erschienen. Der finnische Text ist zwar nicht ganz einfach zu lesen... J, aber Bilder und 2 grosse Stammbäume helfen uns direkt weiter. Sie hat der IJG ein Buch mit persönlicher Widmung geschenkt, für das ich mich im Namen der Gesellschaft bei ihr herzlich bedanken möchte.

f) Schliesslich möchte ich Ihnen folgende Mail nicht vorenthalten:
'...Allerherzlichsten Dank für Newsletter und CD! Bin von der Klaviermusik sehr angetan, sie gibt mir Schwung bei der Arbeit und hält dem Rattern meiner Nähmaschine stand. (Als Kind der industriellen Revolution wird Juon mir diese Bemerkung hoffentlich nicht übel nehmen.) Habe mir auch wieder mit viel Freude seine Lieder angehört...'
Das Bild zeigt eine Postkarte, die Juon am 12. September 1913 an den Verleger Robert Lienau in Berlin schrieb.

Das 'Hegner-Hüsli' liess Marie Hegner-Günthert, bereits nach dem frühen Tode ihres Mannes Otto Hegner, dem Pianisten und Komponistenfreund Paul Juons, in Langenbruck erbauen.

Paul Juons erste Frau, Katharina Schachalowa, war 1911 gestorben. – Nach ihrem Tode heiratete Juon im Jahre 1912 Marie. Marie und Paul verbrachten im abgebildeten Hegner-Hüsli manches Mal ihre Ferien.

 

Hegner Hüsli - Paul Juon, Katharina Schachalowa

 

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