Mitteilungsblätter


Nummer 38

1. Februar 2017

Liebe Juon-Freunde

1. Februar 2017

Liebe Juon-Freunde

Gerne wünsche ich Ihnen, dass Sie das neue Jahr, das kaum weniger überraschungsreich werden wird als das vergangene und dessen Entwicklungen wir alle nicht nur mit Sorge, sondern auch mit Hoffnung aktiv begleiten wollen, gut begonnen haben.

Das Kernprojekt <Orchester Edition>, an welchem der Vorstand schon lange arbeitet, hat unterdessen so klare Umrisse angenommen, dass wir Sie in einem Leitartikel ausführlich darüber orientieren können. Und wir bitten Sie darin auch um Ihre aktive Mithilfe.

Weiter finden Sie - wie immer im ersten Mitteilungsblatt des Jahres - u. a. den Bericht über die Revision der Buchhaltung, die sehr positiv abschliesst (u. a. auch durch die Rückzahlung der Vorleistungen für das Projekt Berliner Publikation); die Entwicklung des Mitgliederbestandes sowie die traditionellen 'Begebenheiten'.

Ich danke Ihnen für ein genaues, kritisches und aktivierendes Lesen des Leitartikels und wünsche Ihnen überhaupt eine anregende Lektüre.

Mit herzlichen Grüssen, Ihr

 

 

 

Die <Orchester Edition>, das Schwerpunktprojekt der IJG

Gerne möchten wir Ihnen das Schwerpunktprojekt der Int. Juon Gesellschaft vorstellen. Es ist die <Orchester Edition>, welche unter der Leitung des Dirigenten und IJG-Vorstandsmitgliedes Christof Escher steht.

Auf unserer Homepage www.juon.org werden sowohl die Liste der Juon-Aufführungen ( Konzertvorschau/-chronik) wie auch die Discografie-Übersicht immer länger (und können trotzdem nie vollständig sein). Deshalb würden Sie uns möglicherweise zustimmen können, wenn wir zu behaupten wagten, die Juon-Renaissance sei geglückt, mithin das Ziel der Int. Juon Gesellschaft erreicht.
Zur Erinnerung: Die Initialzündung für diese Renaissance verdanken wir wohl Herrn Walter Labhart, der 1989 im Musikpodium der Stadt Zürich ein Konzert mit Werken unseres bis dahin weitgehend unbekannten Komponisten konzipierte. 1998 hat dann Thomas Badrutt, zusammen mit dem Pianisten Claus-Christian Schuster und der Geigerin Sibylle Tschopp, die Int. Juon Gesellschaft gegründet, die seither nun schon fast 20 Jahre auf dieses Ziel hin arbeitet.

Bei genauerer Betrachtung müssen wir allerdings klar einschränken: Die behauptete 'geglückte Renaissance' bezieht sich nur auf die Kammermusik, auch wenn diese den grösseren Teil des Oeuvres von Juon ausmacht. Bei diesem Teil könnte man wohl tatsächlich sagen, dass es die IJG als 'Treiber' immer weniger braucht.

Doch fehlt noch die Orchestermusik-Renaissance, hier braucht es noch grosse Hilfe!

Die <Orchester Edition [OE]> ist nun genau das Projekt, welches die erforderliche Hilfe bieten möchte. Es wird darum zu Recht von der IJG unterstützt, und zwar ebenso zu Recht in höchster Priorität, eben als Kernprojekt.

Einen nicht unbedeutenden Teil seines Werks hat Juon für grosse sinfonische Orchesterbesetzung geschrieben, wie wir sie in der Spätromantik häufig finden. Zwar sind sie über seine ganze Schaffenszeit verteilt, doch ist eine Häufung in der Spätzeit festzustellen.

Im Jahre 2022 feiern wir den 150. Geburtstag unseres Komponisten. Das ehrgeizige und aufwändige OE-Projekt nun hat ein doppeltes Ziel. Zum einen soll bis 2022 in der 'Noten-Edition' von allen Orchesterwerken gutes, spielbereites Material in Partitur und Stimmen greifbar sein. Mit dieser riesigen Arbeit befasst sich Christof Escher seit Jahren intensiv. Denn gewisse Werke sind bis jetzt nur in einer handschriftlichen Partitur in einer Bibliothek oder einem Musikverlag vorhanden, in andern Fällen gibt es nur Stimmen, aber keine Partitur oder aber die Noten sind in einem völlig unbrauchbaren Zustand. Für den Abschluss dieser Arbeit suchen wir auch die Zusammenarbeit mit möglichen Herausgebern, etwa der BCU in Lausanne, wenn möglich auch des Lienau-Verlages, etc. Als eines der ersten Werke hat Escher etwa die erst 1997 wieder aufgetauchte Sinfonie Nr. 1 in fis-Moll, op. 10 auf die beschriebene Weise bereitgestellt und 2014 mit dem Moskauer Sinfonie-Or-chester auf CD eingespielt.

Damit sind wir beim zweiten Teilziel, nämlich der 'CD-Edition'. Bis zum Jubiläumsjahr 2022 sollen - eine äusserst kostspielige Angelegenheit! - auch sämtliche Orchesterwerke (inkl. solcher mit Soloinstrument und Orchester) auf CD eingespielt werden.
Das ist aber nur realistisch, wenn sich auch andere Orchester und CD-Labels beteiligen; das kann die IJG - schon nur aus finanziellen Gründen - nicht alleine schaffen. Allerdings scheint solches möglich. So sind zum Beispiel erfreulicherweise beim Label cpo im November 2016 die Rhapsodische Sinfonie, op. 95 sowie die Sinfonietta capricciosa, op. 98 mit den Bamberger Symphonikern unter Graeme Jenkins erschienen.

Auf unserer Homepage Orchester Edition finden Sie - nebst weiteren Informationen über dieses Projekt - alle Orchesterwerke in einer Tabelle zusammengestellt, die sowohl den aktuellen Stand der Noten-Edition wie auch denjenigen der bereits erhältlichen Einspielungen aufzeigt und welche laufend nachgeführt wird.

 

Die konkrete Arbeit hat für den Vorstand, wie oben dargelegt, längst begonnen.
Nun gilt es, den grossen Finanzbedarf bereitzustellen. Dafür sind wir auf Sponsorensuche.

Und wir haben auch Ideen, wie Sie als Mitglied oder auch weitere interessierte Kreise uns helfen können:
a) Gönnermitgliedschaft: Die unkomplizierte Art, das Projekt über längere Zeit mitzutragen.
Das geht ganz einfach: Sie zahlen einen höheren Mitgliederbetrag ein und deklarieren sich damit eben als solches. Selbstverständlich freuen wir uns, wenn Sie uns Ihre Bereitschaft dazu auch in einer kurzen Mitteilung mailen oder schreiben, vielleicht sogar zusammen mit Ihren weiteren Ideen der Förderung dieses Projektes.
Wir stellen uns vor: Einzelmitglieder erhöhen ihren Beitrag von Fr. 50.- auf Fr. 100.- (bitte mit Vermerk 'Gönner E'), Paarmitglieder von Fr. 70.- auf Fr. 150.- ('Gönner P'). Dafür danken wir Ihnen jetzt schon herzlich und versichern Ihnen, dass Ihr Gönnerbeitrag selbstverständlich vollumfänglich dem OE-Projekt zugute kommt. Wir möchten uns aber auch für Ihr Engagement erkenntlich zeigen, indem wir Ihnen ab 2017 von jeder neu erscheinenden CD eines Juon-Orchesterwerkes ein Exemplar gratis zustellen, unabhängig davon, ob diese CD in 'Eigenregie' entstanden ist oder von einem andern Label herausgebracht wurde.

b) Spende: Unterstützen Sie unser Projekt lieber mit einer einmaligen Spende? Das Konto des Projektes (Teilkonto der IJG) ist: 89-979149-5, bzw. IBAN CH19 0900 0000 8997 9149 5

c) Kennen Sie eine Stiftung, eine Behörde, die unserem Anliegen gewogen sein könnte? Bitte teilen Sie uns doch deren Kontaktadresse mit. Falls Sie engere Beziehungen haben, können Sie uns dort vielleicht sogar direkt eine Türe öffnen.

Mit grossem Dank für Ihre Mithilfe, der Vorstand der IJG

Christof Escher (Projektleiter), Ueli Falett (Präsident), Jeannette Gohl-Alvera

 

Auswertung der Mitglieder-/Generalversammlung 2016 (schriftlich, bzw. elektronisch)

Die Abstimmungsunterlagen wurden anfangs Oktober 2016 an alle Mitglieder versandt, entweder schriftlich oder elektronisch.
Der Rücklauf nach einem Monat war nicht gerade berauschend: Ich bekam von 46 Mitgliedern drei schriftliche und zwei elektronische Antworten, was einer Quote von 10.9 Prozent entspricht.
Doch sehe ich das Ganze pragmatisch positiv: Die Tätigkeitsberichte sowie die Rechnungen 2014 / 2015 wurden nämlich je von allen Antwortenden genehmigt, was einer Zustimmung von 100 % entspricht. Und ich extrapoliere dieses Ergebnis nun einfach kühn auf die ganze Gesellschaft.

Buchhaltung/Revision 2016 der Int. Juon Gesellschaft und
Einladung zur Erneuerung der Mitgliedschaft 2017

Auszug aus dem Revisionsbericht unseres Revisors, Herrn G. Wick:
Ich habe die Buchhaltung der Internationalen Juon Gesellschaft des Jahres 2016 (abgeschlossen per 31. 12. 2016) geprüft und in Ordnung befunden.

Gesellschaftsvermögen am 317. 12.2016   15'820.85
Zunahme im Jahre 2016   + 2'769.40*
*Hinweis: Davon Rückzahlung Vorleistungen Publikation Berlin   [1'223.55]

Ich beantrage, dem Kassier Décharge zu erteilen.

(gez. Georg Wick)

Die Mitglieder finden diesem Mitteilungsblatt wiederum den Einzahlungsschein der Postfinance mit der Kontonummer 90-118805-6 beigelegt für die Erneuerung der Mitgliedschaft (mit Statusangabe [E = Einzelmitglied, 50.-; S = Studentenmitglied, 30.-; P = Paarmitglied, 70.-; K = Kollektivmitglied/Institution, 100.-]; bzw. die neuen Gönnerkategorien) und ich erlaube mir ebenso wieder, Ihnen mit gleicher Post gerade die Zahlungsbestätigung zukommen zu lassen, mit dem Sie Ihren Beitrag beim Steueramt als Zuwendung deklarieren dürfen.
Neu sind die Kategorien 'Gönner Einzel' [CHF 100.-] und 'Gönner Paar' [150.-] (siehe Leitartikel).

Ich danke Ihnen dafür, wie sehr Sie der IJG die Treue halten und bitte Sie, dies auch weiterhin zu tun, indem Sie bis Ende März Ihren Jahresbeitrag einzahlen, aber bitte möglichst nicht am Schalter, da uns das zu hohe und unnötige Kosten verursacht. Danke.

Bei Einzahlungen aus dem Ausland:

BIC oder SWIFT   POFICHBEXXX
Clearing   9000
IBAN   CH70 0900 0000 9011 8805 6
Name   Int. Juon Gesellschaft, CH-3097 Liebefeld

 

Mitgliederbestand

Per 1. Januar 2017 zählt die IJG in 4 Gruppen 42 Mitglieder; 29 Einzel-, 7 *Paar-, 5 Kollektiv-/
Institutionsmitglieder, 1 Ehrenmitglied (vor einem Jahr waren es 44 Mitglieder).
*für diese kleine Statistik werden zwar 7 Paare als Mitglieder gezählt, aber es sind natürlich 14 Personen.

Mutationen im Jahre 2016: Austritt von 2 Einzelmitgliedern.

 

Begebenheiten aus dem Leben der Int. Juon Gesellschaft

a) Nachforschung Österreichisches Reiterlied, op. 63

In unserer Monografie, 3. Auflage 2014 ist Juons 'Österreichisches Reiterlied', op. 63, noch als verschollen aufgeführt.
Nun ist es aber eingespielt worden auf der CD 99116 des Labels Gramola. Unter dem Titel 'Die letzten Tage der Menschheit' sind hier Texte (vom Schauspieler Franz Schuh gelesen) und Vertonungen aus dem Umfeld des 1. Weltkrieges zusammengefasst. Hugo Zuckermann ist der Autor dieses in der Grundhaltung düsteren Textes, vermischt mit einer heute wohl schwierig zu verstehenden, seltsamen Kriegsbegeisterung. Auf der CD sind vom selben Text auch Vertonungen von Emil Hochreiter und Franz Léhar eingespielt.
Kompetente Interpreten dieses musikalisch einfachen Liedes sind Csongor Szántó, Bariton und Karin Wagner, Klavier.
Ich danke unserem Mitglied Thomas Krebs herzlich für das folgende Ergebnis seiner Nachforschungen:
Das 'Reiterlied' erschien gemeinsam mit 'In der Heimat da gibt's ein Wiederseh'n!' im Verlag Schlesinger'sche Buch- und Musikhandlung (Rob. Lienau) Berlin WB in Koproduktion bzw. in Österreich verlegt von C. Haslinger qdm. Tobias Wien in der Reihe 'Archiv'.
Unter der Signatur N 141/8 ist das Notenblatt (das uns freundlicherweise in Kopie zur Verfügung gestellt wurde und auf S. 6 abgedruckt ist) zu finden im Institut für Musikwissenschaft und Interpretationsforschung mdw der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien.
Quellenangabe: ao. Univ.-Prof. Dr. Christian Glanz

b) Neuerscheinungen CD

Wiederum gibt es eine wichtige Neueinspielung von zwei späten Orchesterwerken, die ich schon in meinem Leitartikel erwähnt habe:
- Rhapsodische Sinfonie, op. 95
- Sinfonietta capricciosa, op. 98
Die beiden Werke werden von den Bamberger Symphonikern unter Leitung des englischen Dirigenten Graeme Jenkins gespielt und sind beim Label cpo unter der Nummer 777 908-2 erschienen.

c) Neues aus BCU in Lausanne und der Fonoteca (Nationalphonothek) in Lugano

Ein originales Juon-Werkverzeichnis (unter dem Titel 'Einige Daten meines Lebens', welches auch biografische Notizen enthält), von dem ich Ihnen erzählt habe und das in der BCU liegt, ist dort nun digitalisiert einsehbar unter dem Link: https://servalnv.unil.ch/

Der Fonoteca verdanken wir nun die Digitalisierung sämtlicher (!) Tondokumente über P. Juon, also auch Radiosendungen, die Konzerte unseres 'Journée P. Juon 2004' in Lausanne etc, etc.
Sie können alle Dokumente abhören unter www.fonoteca.ch, wo Sie dann rechts oben im Feld 'Katalog - Quick search' einfach Paul Juon eingeben und Enter drücken.

d) Juon-Stele in Langenbruck

Die Strasse in Langenbruck, an der die von uns gesponserte Stele aufgestellt werden soll (vgl. Artikel im letzten MB), ist jetzt zwar fertig. Aber das Ganze verzögert sich nochmals etwas, weil die Gemeinde sie in ein Gesamtkonzept (historischer Weg) einordnen will. Also gilt wieder einmal: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

 

 

Österreichisches Reiterlied

 

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