Mitteilungsblätter


Nummer 41

1. Oktober 2018

Liebe Juon-Freunde

Ich freue mich sehr, dass ich Ihnen im vorliegenden Mitteilungsblatt von einem grossen Schritt berichten kann in der Arbeit mit unserer Orchester Edition, nämlich von ersten Aufführungen mit dem neuen Material.

Wir haben schon bald wunde Finger vom Schreiben, aber wir schreiben für die OE eben Noten, nicht Buchstaben. Dadurch werden zwar die Partituren grösser - aber halt das MB kleiner. Doch sind wir zuversichtlich, dass Sie einverstanden sind, dass wir Ihre Mitgliederbeiträge und Spendengelder lieber so verwenden als umgekehrt und deshalb diesen kleinen Wermutstropfen gerne schlucken...

Trotz unserer Konzentration auf die interne Arbeit mit der Orchester Edition aber halten wir natürlich die Augen offen nach der Möglichkeit, wieder einmal mit einem Juon-Projekt an die Öffentlichkeit treten zu können.

Und ich muss Ihnen erklären, weshalb Sie dieses Jahr keine Einladung zur Mitgliederversammlung erhalten, wie das eigentlich vorgesehen wäre.

Dass die traditionellen 'Begebenheiten' einen wichtigen Teil eines jeden Mitteilungsblatt bilden, wissen Sie natürlich. Hingegen betone ich gerne nochmals, dass Sie mir und uns wirklich wichtig sind als Spiegel unserer Arbeit und ich sie deshalb jeweils auch mit Freude sammle.

So gilt auch diesmal: Ich wünsche Ihnen aufmerksame Lektüre und grüsse Sie herzlich, Ihr


 

 

Orchester Edition - nun in der Praxis!

Bereits am 13. Februar 2018 hat die 'Athens Philharmonia' unter Leitung von Byron Fidetzis in der Metropole Griechenlands im Megaron Jngeborgs Klage, op. 3a aufgeführt. Das Orchester spielte aus Material unserer Orchester Edition, welches ihm Christof Escher zur Verfügung stellte.

Dasselbe Werk für grosses Orchester wollte diesen Herbst bekanntlich die Dirigentin Anne-Cécile Gross mit der Orchesterakademie Boswil aufführen, in Boswil selbst und in Bern. Leider hat sie zu wenig Anmeldungen von Orchestermusikern erhalten und musste deshalb auf kleiner besetzte Werke ausweichen. Mit solchen Rückschlägen muss halt gerechnet werden. Trotzdem bedanken wir uns für ihre Initiative; wir bleiben weiterhin in Kontakt und hoffen, dass später ein Juon-Pro-jekt zustande kommt.

Im letzten Mitteilungsblatt habe ich Ihnen erzählt, dass unter anderem die sieben Sätze der Tanz-Capricen, op. 96 als Rohpartitur abgespeichert seien. Christof Escher hat nun daraus die Stimmen für die einzelnen Orchestermusiker aufbereitet.
Begeistert erzählte mir Christof von der intensiven, schönen Probenarbeit mit den jungen Musikern des 'orchestra giovane', welche das farbige Werk mit grosser Freude und Enthusiasmus erstmals erarbeitet und zum Klingen gebracht haben (nebst der Uraufführung eines Marimbaphon-Konzertes von Simon Scheiwiller mit dem Solisten Manuel Leuenberger sowie Werken von Wagner und Liszt).
Als Früchte dieser Arbeit wurden die Werke an fünf Konzerten in Prêles (BE), Naters (VS), Zürich und zweimal in Bern vorgestellt.
Am Konzert in Bern, auch im Gespräch mit Musikern, habe ich mich selbst überzeugen können von der ansteckenden Begeisterung und der Qualität sowohl der Werke wie der Ausführenden.
Kleine Unklarheiten in Partitur und Notenmaterial konnte Christof Escher bei den Proben und Konzerten noch bereinigen. Und nun -  wir schreiben das nicht ohne Stolz - steht von der op. 96 für Dirigenten, Orchester und Konzertveranstalter erstmals ein makelloses Aufführungsmaterial zur Verfügung.

--> Es gilt also: Fordern Sie es an und bringen Sie es zur Aufführung! J <--

...bzw. ergreifen Sie bitte die Gelegenheit, mögliche Interessenten darauf aufmerksam zu machen.

 

General-/Mitgliederversammlung 2018

Liebe Mitglieder: Eigentlich... müsste ich Sie - wie immer in den geraden Jahren - laut ZGB, Art 60ff und laut unseren Statuten § 5 heuer wiederum zur alle zwei Jahre stattfindenden Generalversammlung einladen, denn die letzte (in schriftlicher Form [mit einer Rücklaufquote von 10.9 %...]) fand 2016 statt.
An einer solchen GV müssten Sie statutengemäss vor allem die Tätigkeitsberichte und die Rechnungen der Jahre 2016 und 2017 genehmigen und damit dem Vorstand Décharge erteilen.
Wie Sie den Mitteilungsblättern 38 vom Februar 2017 und 40 vom Februar 2018 entnehmen konnten, sind unsere Finanzen zum Glück gesund (was auch für das Jahr 2018 gilt).
Sie haben sicher beachtet, dass dieser letzte Satz im Indikativ steht, die vorigen aber im Konjunktiv. Unschwer also daraus zu schliessen, dass sich der Präsident erfrecht und beschlossen hat, diese GV 'sausen zu lassen' (und so Gesetz und Statuten bricht!). Da ich aber weiss, dass Sie unserer Arbeit vertrauen, ich Sie jeweils in den Mitteilungsblättern umfassend orientiere und Sie umgekehrt wissen, dass Sie jederzeit genaueren Einblick erhalten können, sei dies nun in die Rechnung oder in andere Dokumente (eine Initiative notabene, die uns sogar freuen würde); habe ich nicht Angst, dass Sie mich vor Gericht bringen werden, sondern danke Ihnen für Ihr Verständnis, so dass wir uns im Vorstand weiterhin still und fleissig unserer Kernaufgabe, dem Vorwärtsbringen der <Orchester Edition>, widmen können.
Begebenheiten aus dem Leben der Int. Juon Gesellschaft

a) Ein- und Austritte aus unserer Gesellschaft

Dass unsere kleine Gesellschaft nicht einfach wächst, sondern von Jahr zu Jahr eher kleiner wird, ist eine Tatsache, die mich mit Sorge erfüllt (ich habe das auch schon kommuniziert), bei der es mir - trotz Werbeanstrengungen - auch nicht gelungen ist, eine Änderung herbeizuführen und wo ich Sie nur ein weiteres Mal um Ihre aktive Mithilfe bitten kann.
Auf das nächste Mitteilungsblatt hin werde ich wie immer die Mutationen im Jahr 2018 in einer kleinen Statistik zusammenstellen.

In diesem Mitteilungsblatt aber möchte ich Ihnen doch einige erwähnenswerte Details zeigen:
Nebst der Austrittsankündigung ohne Begründung eines langjährigen Mitgliedes auf Ende Jahr hat mich auch Frau Marianne Arin in einem - wie immer anregenden - Brief gebeten, sie auf Ende Jahr aus der Gesellschaft zu 'entlassen', im Zusammenhang mit Neuorientierungen in ihrem privaten Umfeld. Frau Arin ist die interessierte, betagte Enkelin des Bruders unseres Komponisten, Eduard Juon. Seit vielen Jahren hat sie die IJG unterstützt, nicht nur mit ihrer Mitgliedschaft, sondern ich habe von ihr viele spannende Briefe erhalten und für unser Archiv alte Zeitungsausschnitte oder Fotos. Von unschätzbarem Wert sind für mich auch ihre Klärungen bezüglich der weitverzweigten, komplizierten Verwandtschaftsverhältnisse und der Familiengeschichte der Juons.
Liebe Frau Arin, ich freue mich sehr, Ihnen mit diesen Zeilen so quasi öffentlich danken zu können und wünsche Ihnen, sicher auch Namen aller Mitglieder, weiterhin lebendige Teilnahme am Geschick der IJG und eine gute Zeit.

Noch von zwei anderen Personen möchte ich berichten: Zum einen von einer jungen Musikerin, welche aus der IJG ausgetreten ist, weil sie sich, von möglichst wenig 'Fesseln' behindert, in einem 'Sabbatical' Erweiterungen ihres Horizontes auf alle Seiten verschrieben hat. So wie sie nachher berichtete, ist ihr das auch gelungen, und sie ist nun in diesem Jahr der IJG auch wieder beigetreten, danke.
Und dann gibt es noch Frau Elisabeth Messmer, auch sie ein Mitglied der ersten Stunde, welcher ich immer wieder Anregungen verdanke. Sie hat sich entschlossen, nun Gönnermitglied zu werden. Auch ihr danke ich herzlich für diesen Schritt.

b) Forschungsdatenbank des Instituts für Kulturforschung Graubünden ikg

In einem früheren Mitteilungsblatt habe ich Ihnen versprochen, Sie zu orientieren, wenn die 'Kulturhistorische Datenbank' des ikg aufgeschaltet sei. Dies ist nun, vorerst in Teilen und unter dem neuen Titel 'Forschungsdatenbank', der Fall.
Das ikg schreibt darüber auf seiner Website: "...Das Institut für Kulturforschung macht die wesentlichen Forschungsergebnisse aus seinen Projekten in Buchpublikationen zugänglich. Zudem unterhält es eine eigene online-Plattform, die der Veröffentlichung ergänzender Forschungsmaterialien und -dokumente dient. Sie ist in enger Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft SII der HTW Chur entstanden. Die eingestellten Text- und Bilddateien sind mit einer Volltextsuche erschliessbar.
Die Forschungsdatenbank ist zur Zeit im Aufbau. Wer den vollen Umfang der Möglichkeiten des öffentlichen Archivs und der Datenbank nutzen will, macht dies am besten mit dem Chrome-Browser..."
Ich habe vor einiger Zeit vom ikg die grundsätzliche Zusage erhalten, dass wir mittelfristig auch von der IJG Texte aufschalten lassen dürfen. Solche Einträge bereite ich nach und nach vor.
c) Beiträge von aufmerksamen LeserInnen

Von einer mir unbekannten Frau habe ich den Scan einer Karte mit dem sog. Hegner-Hüsli' in Langenbruck erhalten. Nun könnte man ja sagen, dass da 'eine Eule nach Athen getragen' wurde, weil wir in unserem Archiv das Original dieser Karte haben. Doch im Gegenteil, ich möchte mich für diese Zuschrift sehr bedanken, denn unsere Gesellschaft lebt ein Stück weit von solch aufmerksamen Leuten, durch die wir Hinweise erhalten, um unser Mosaïk von Juon immer detaillierter zusammensetzen zu können.

d) Trio-Miniaturen, Konzerte und CD

Wie Sie unserer Konzertvorschau entnehmen können, spielt das noch junge, aber schon renommierte Trio Catch im November/Dezember an drei Orten die Trio-Miniaturen, op. 18/24. Gleichzeitig mit dieser Konzertankündigung hat mir die eine der Musikerinnen mitgeteilt, dass sie dieses Werk beim rbb in Berlin einspielen werden. Ich hoffe, dass das klappt und ich Sie gelegentlich wieder über eine neue CD informieren kann.
By the way, schauen Sie doch wieder einmal auf unserer Homepage vorbei, nicht nur bei 'Discografie' - es gibt jedes Mal Neues zu entdecken...

e) Neue CD mit Werken für Violine und Klavier erschienen

Der Pianist Igor Kraèvsky, der sich seit vielen Jahren engagiert für Juon's Werk einsetzt, hat zusammen mit der Geigerin Jennifer Orchard verschiedene Stücke für Violine und Klavier eingespielt:
- Petite Valse aus Sechs Skizzen, op. 1a
- Vier Stücke, op. 28
- Humoreske, eine Bearbeitung aus Intime Harmonien von M. Press, op. 30a
- Intermezzo aus Psyche, op. 32a
- Bagatellen, op. 36
- Berceuse pour La Petite Rose aus Den Kindern zum Lauschen, op. 38a
- Bourrée aus Sonatine, op. 47a
--> siehe auch 'Discografie' auf unserer Homepage


 

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