Mitteilungsblätter


Nummer 44

1. Februar 2020

Wie Sie wissen, arbeitet unsere Gesellschaft vorwiegend im Stillen (deren Präsident hat nicht einmal einen Twitter-Account, von welchem aus er sich täglich bemüssigt fühlt, seine 'Heldentaten' in die Welt hinauszuposaunen...).
Trotzdem sind letztes Jahr sogar neue Mitglieder zur Gesellschaft gestossen, worüber ich mich freue.

Eine grosse Neuigkeit allerdings ist so schön, dass wir Sie alle unbedingt daran teilhaben lassen wollen. Wie Sie in den Statuten nachlesen können, ist eines der vier Hauptziele unserer Gesellschaft, '... Dokumente über Paul Juons Leben zu sammeln...'. Diesem Ziel sind wir nun einen bedeutenden Schritt näher gekommen - davon möchte ich Ihnen im Hauptartikel unseres Mitteilungsblattes gerne berichten.

Darüber hinaus legen wir - wie immer im ersten Newsletter des Jahres - Rechenschaft ab über unsere Buchhaltung des abgeschlossenen Jahres und berichten, 'was bei uns so läuft'.

So wünsche ich Ihnen wiederum gute Lektüre und sende herzliche Grüsse, Ihr

 

 

Originale Handschriften von Paul Juon an der BCUL in Lausanne

Paul Juon studiert in Moskau Violine, Klavier und Komposition. 1894 übersiedelt er nach Berlin zu Woldemar Bargiel, dem Halbbruder von Clara Schumann-Wieck, vor allem um sein Kompositionsstudium zu perfektionieren. 1905, wieder und dieses Mal für Jahrzehnte in Berlin, erhält er eine Stelle als Hilfslehrer an der 'Akademie der Künste', 1906 wird er dort vom Rektor Joseph Joachim, dem berühmten Geiger, zum Professor für Komposition berufen.

Für einen Komponisten, im Besonderen für einen jungen, ist es essenziell, bei einem Verleger unterzukommen, damit seine Werke auch entdeckt, verbreitet und aufgeführt werden. Juon nun hatte dieses Glück; schon seine ersten Werke wurden in der von Robert Lienau geführten 'Schlesinger'schen Buch- und Musikhandlung' verlegt. Aus diesem anfänglichen Geschäftsverhältnis wurde mit der Zeit auch eine persönliche Freundschaft von Lienau und Juon.

Noch immer sind im heutigen Musikverlag Lienau-Zimmermann, jetzt von Schott weitergeführt, die meisten Juon-Werke zu finden, sei es käuflich oder als Leihmaterial. Von einer zwischenzeitlichen Besitzerin, Frau Grossmann, erhielt ich eines Tages die hochinteressante Anfrage, in ihrem privaten Familienbesitz (also nicht in demjenigen des Verlages!) befänden sich viele originale Handschriften von Paul Juon, die sie veräussern möchte. Ob die Int. Juon Gesellschaft daran Interesse hätte?

Natürlich hatte sie das! Nur übersteigt eine solche Anschaffung zum einen die finanziellen Möglichkeiten unserer Gesellschaft bei weitem, aber vor allem ist es viel sinnvoller, dass diese Manuskripte der Forschung und Musikinteressierten öffentlich zugänglich sind und nicht einfach etwa in der Stube des Präsidenten vor sich hindämmern...

Der einzig richtige Ort für einen solch kostbaren Schatz ist die BCUL, die Bibliothèque cantonale et universitaire in Lausanne, welche ohnehin das Juon-Zentrum ist. Die kompetente Leiterin des dortigen Musikarchivs, Verena Monnier, konnte, dank des uneingeschränkten Engagements der Direktion, nach längeren Verhandlungen die 60 Manuskripte für das Musikarchiv der BCUL erwerben. Sie sind - ein wahrhaftes Weihnachtsgeschenk - am 20. Dezember 2019 in Lausanne eingetroffen!

Liebe Frau Monnier, mein grosser persönlicher Dank geht zuerst einmal an Sie! Aber ich bin sicher, dass ich die Mitglieder der IJG und weitere interessierte Kreise einschliessen darf, wenn ich darüber hinaus der Bibliothek und ihrer Leitung sowie dem Kanton Waadt für die Finanzierung meinen Dank ausspreche. Wir sind glücklich, dass dieses grosse Projekt dank ihnen allen zu einem guten Abschluss geführt werden konnte!

 

Buchhaltung/Revision 2019 der Int. Juon Gesellschaft und
Einladung zur Erneuerung der Mitgliedschaft 2020

Auszug aus dem Revisionsbericht unseres Revisors, Herrn G. Wick:
Ich habe die Buchhaltung der Internationalen Juon Gesellschaft des Jahres 2019 (abgeschlossen per 31. 12. 2019) geprüft und in Ordnung befunden.

Gesellschaftsvermögen am 31. 12. 2019                                                                                      19'541.61
Zunahme im Jahre 2019                                                                                                                + 1'141.33

Ich beantrage, dem Kassier Décharge zu erteilen.

                                                                                                                                   (gez. Georg Wick)

Die Mitglieder finden diesem Mitteilungsblatt beigelegt wiederum den Einzahlungsschein der Postfinance mit der Kontonummer 90-118805-6 für die Erneuerung der Mitgliedschaft (mit Statusangabe [E = Einzelmitglied, 50.-; EG = Einzel-Gönnermitglied, 100.-; S = Studentenmitglied, 30.-; P = Paarmitglied, 70.-; PG = Paar-Gönnermitglied, 150.-; K = Kollektivmitglied/Institution, 100.-]); und ich erlaube mir ebenso wieder, Ihnen mit gleicher Post gerade die Zahlungsbestätigung zukommen zu lassen, mit der Sie Ihren Beitrag beim Steueramt als Zuwendung deklarieren dürfen.

Ich danke Ihnen dafür, wie sehr Sie der IJG die Treue halten und bitte Sie, dies auch weiterhin zu tun, indem Sie bis Ende März Ihren Jahresbeitrag für 2020 einzahlen, aber bitte möglichst nicht am Schalter, da uns das zu hohe und unnötige Kosten verursacht. Danke dafür, danke aber auch, dass der Kassier jeweils kaum Mahnungen versenden muss - ein schönes Zeichen Ihrer bewussten Unterstützung unserer Arbeit.

Bei Einzahlungen aus dem Ausland:

BIC oder SWIFT           POFICHBEXXX
Clearing oder BC-Nr   .  9000
IBAN                           CH70 0900 0000 9011 8805 6
Name                          Int. Juon Gesellschaft, CH-3097 Liebefeld

 

Aus dem Ausland ist es auch möglich, via PayPal Ihren Mitgliederbeitrag zu begleichen. Dazu brauchen Sie die folgende Angabe:

paypal.me/UFalett

 

Mitgliederbestand

Per 1. Januar 2020 zählt die IJG in 6 Gruppen 38 Mitglieder. 24 Einzel-, 3 Einzel Gönner-,5 *Paar-,4 Kollektiv-/Institutionsmitglieder,1 Ehren-,1 Studentenmitglied.
*für diese kleine Statistik werden zwar 5 Paare als Mitglieder gezählt, aber es sind natürlich 10 Personen.
Mutationen im Jahre 2019: Erfreulicherweise gab es sowohl einen Wiedereintritt als auch den Zuwachs, dass sich ein langjähriges Mitglied entschlossen hat, seinen Status in 'Gönnermitglied' umzuwandeln. Aus Altersgründen haben 2 Personen (Paarmitgliedschaft) ihren Austritt gegeben. Das neue Studentenmitglied ist ein amerikanischer Flötist und Musikwissenschaftsstudent, der seine Dissertation über Flöten- und andere Bläserwerke schreiben will, u.a. von Juon.

 

Begebenheiten aus dem Leben der Int. Juon Gesellschaft

a)Von einer Frau Heeringa aus Vevey habe ich im letzten November folgende überraschende mail erhalten, die ich hier sicher in ihrem genauen Wortlaut veröffentlichen darf:

Chère madame, cher monsieur,
Par hasard, j’ai appris qu’il y a une «International Paul Juon Society». Je me permets de vous écrire le concernant.
Le saviez-vous qu’à Vevey se trouve la maison que Paul Juon a fait construire en 1928, et où il a habité de 1934 à 1940?
La maison se trouve Avenue Louis-Levade 2, à Vevey. En 2002, nous avons acheté la maison et nous y habitons depuis.
Sur la façade, il y a une plaque en laiton, dont je vous envoie une photo en annexe. C’est la société Vibiscum, Association d'amis de vieux Vevey, qui a placé cette plaque. Sur les vieux plans de la maison, une des chambres est désigné: salon de musique. 
Je suis contente que la mémoire de Paul Juon reste vivante.

Avec mes meilleures salutations,
Elisabeth Heeringa

Frau Heeringa konnte natürlich nicht wissen, dass ich vor vielen Jahren, nämlich am 4. Februar 2004, anlässlich der Inauguration dieser Tafel, in Vevey anwesend war und sie für die IJG auch fotografierte.

Ich habe mich bei ihr bedankt und finde es schön, dass sie mich darauf aufmerksam machen wollte, eben damit - wie sie schreibt - 'la mémoire de Paul Juon reste vivante'.

 

b) Gerne mache ich Sie wieder einmal auf unserer Webseite www.juon.org auf die Konzertvorschau und vor allem -chronik aufmerksam. Dieser können Sie entnehmen, dass auch 2019 wiederum ein reichhaltiges 'Juon-Konzertjahr' war. Rund zwei Dutzend Aufführungen in mehreren Ländern konnte ich in die Chronik aufnehmen. Und vermutlich gab es auch noch weitere Konzerte, von denen ich einfach keine Kenntnis habe...


 

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